30.03.2015
Neue Studie „Migration und Gesundheit“

Unter dem Titel „Migration und Gesundheit“ widmet sich eine vom Bundesministerium für Gesundheit und der Arbeiterkammer Wien in Auftrag gegebene Studie der gesundheitlichen Situation von Menschen mit Migrationshintergrund, die in Österreich leben. Am 23.01.2015 wurde die Studie im Rahmen einer Veranstaltung der Arbeiterkammer Wien präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Die Studie beinhaltet einen breiten Überblick über den Gesundheitszustand von in Österreich lebenden Personen mit Migrationshintergrund, ihren Zugang zum österreichischen Gesundheitssystem, die Rolle des sozioökonomischen und soziokulturellen Hintergrunds sowie über den Einfluss migrationstypischer Sonderfaktoren auf die Gesundheit von Menschen mit Migrationshintergrund.
Unter dem Aspekt „Diskriminierung“ werden zwar Untersuchungen zitiert, die die Auswirkung von Diskriminierungserfahrungen auf die Gesundheit von Personen mit Migrationshintergrund darlegen. Zum Thema Diskriminierung beim Zugang zu und der Inanspruchnahme von Gesundheitsdienstleistungen selbst gibt es aber derzeit noch keine verwertbaren Daten.

Nach § 31 Abs 3 Gleichbehandlungsgesetz ist eine Diskriminierung aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit über den Zugang zu und der Inanspruchnahme von Gütern und Dienstleistungen hinaus auch beim Sozialschutz verboten. Eine Diskriminierung im Bereich von Gesundheitsdienstleistungen fällt daher in der Regel in den Schutzbereich des Gleichbehandlungsgesetzes. An die Gleichbehandlungsanwaltschaft wurden bisher allerdings nur wenige Anfragen aus diesem Themenbereich herangetragen. Neben weiterer Informationsarbeit zur Rechtslage ist daher auch aus Sicht der Gleichbehandlungsanwaltschaft der in der Studie diagnostizierte weitere Forschungsbedarf hinsichtlich Zugangsbarrieren und konkreter Diskriminierungserfahrungen von Menschen mit Migrationshintergrund zu unterstreichen.

Hier kommen Sie zur Studie