09.12.2016
Der Bericht über die Tätigkeit und die Vorschläge der Gleichbehandlungsanwaltschaft 2014/2015 wurde am 6.12.2016 im Gleichbehandlungsausschuss des Nationalrats diskutiert

Themenschwerpunkte der rechtlichen Beratung und Unterstützung waren beim Diskriminierungsgrund Geschlecht die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Equal Pay und sexuelle Belästigung in der Arbeitswelt, aber auch beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen.
Beim Diskriminierungsgrund ethnische Zugehörigkeit standen Belästigungen, auch in Schulen und Geschäften, Benachteiligungen beim Zugang zu Wohnraum, die diskriminierende Beendigung von Arbeitsverhältnissen und die Benachteiligung bei der Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit im Vordergrund.
Diskriminierungen aufgrund der Religion standen besonders häufig im Zusammenhang mit religiösen Bekleidungsvorschriften und Speisegeboten.
Zum Diskriminierungsgrund Weltanschauung hat die Gleichbehandlungskommission festgestellt, dass die Zugehörigkeit zu einer politischen Partei unter den Weltanschauungsbegriff des Gleichbehandlungsgesetzes fällt. Bei Altersdiskriminierungen ging es besonders häufig um die Beendigung von Arbeitsverhältnissen, auch vor einem sogenannten „Abfertigungssprung“.
Beim Diskriminierungsgrund sexuelle Orientierung waren Belästigungen häufig, ein richtungsweisendes Urteil des Arbeits- und Sozialgerichtes Wien bezog sich darauf, dass ein Stellenwerber allein aufgrund seiner Homosexualität abgelehnt wurde.
Eine immer größere Rolle in der Arbeit der Gleichbehandlungsanwaltschaft spielen Mehrfachdiskriminierungen.

Die Vorschläge der Gleichbehandlungsanwaltschaft beziehen sich auf die Weiterentwicklung des Gleichbehandlungsgesetzes, Verbesserungen im Verfahren vor der Gleichbehandlungskommission und bei den Gerichten sowie auf die Erweiterung der rechtlichen Kompetenzen der Gleichbehandlungsanwaltschaft.